Wir brauchen keine Kopfpauschale

Bürgerversicherung statt Kopfpauschale- Wir brauchen Transparenz im Gesundheitssystem.

Jeder Versicherte sollte wissen, was die Medikamente kosten, die er verschrieben bekommt, was ein Arztbesuch kostet oder auch die Bestellung eines Rettungswagens. Er sollte wissen, wieviel Geld in diesem System im Umlauf ist, und wer wieviel darin verdient.
Erst dann kann man wirklich mal über eine Reform sprechen, sollte sie dann noch gewollt sein.

Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit und Soziales, Wiebke Dierks:

“Nun ist es mal wieder soweit. Neben der sich immer wieder wandelnden Bildungspolitik ist das Gesundheitswesen wohl das dankbarste Feld für politischen Aktionismus in dem jeder seinen eigenen Heilsvorschlag zum Besten geben darf. Eine Kopfpauschale von wie aktuell diskutiert 150 € pro gesetzlich Versicherten ist der Ausstieg aus einem solidarischem Gesundheitssystem, in das jeder nach seinen Möglichkeiten einzahlen sollte und das als Leistung erhält, was medizinisch notwendig ist. Auch dieses solidarische Prinzip ist nicht gerecht, so wie jede Versicherung eigentlich nicht gerecht ist. Wenn ich jahrelang einzahle, aber gesund bleibe, habe ich ja zuviel gezahlt. Dies nimmt man aber gerne in Kauf, dann andererseits für die Herztransplantation anzusparen , die ich hoffentlich niemals nötig haben werde, wäre keine Alternative, darauf verzichten, weil ich das Geld dann dafür nicht habe, jedoch genauso wenig. Warum nun die Idee mit der Kopfpauschale? Ohne Zweifel ist das derzeitige Gesundheitssystem für viele Menschen, auch die in diesem Sektor tätigen, nicht mehr nachzuvollziehen. Man zahlt seinen Kassenbeitrag, der Arbeitgeber einen mittlerweile davon abweichenden Anteil, Zuzahlungen für Arztbesuche, Medikamente, Krankenhaus- und Kuraufenthalte werden fällig und trotzdem bleibt immer der unangenehme Beigeschmack, die wirklich guten Leistungen würden mir dabei vorenthalten. Eine Kopfpauschale würde ja dann bedeuten, ich sichere damit meine Grundbedarf an “Gesundheitsleistungen” ab, und den Rest kann ich ja dann privat absichern, sofern gewollt und für mich bezahlbar. Aber dies ist falsch, denn trotz aller Kritik bekommt jeder in Deutschland jeden Tag, ob versichert oder nicht, die für ihn medizinisch notwendige Behandlung. Vielleicht bekommt man keine Wohlfühlmassagen oder Kurlaub, kein innovatives Medikament, dessen wahrer Nutzen noch völlig unklar ist. Diese Dinge sollten aber in meinen Augen auch nicht Teil der Versicherungsleitung sein und sind es zudem laut Sozialgesetzbuch noch nie gewesen. Wir brauchen keine Kopfpauschale! Wir brauchen Transparenz im Gesundheitssystem. Jeder Versicherte sollte wissen, was die Medikamente kosten, die er verschrieben bekommt, was ein Arztbesuch kostet oder auch die Bestellung eines Rettungswagens. Er sollte wissen, wieviel Geld in diesem System im Umlauf ist, und wer wieviel darin verdient. Erst dann kann man wirklich mal über eine Reform sprechen, sollte sie dann noch gewollt sein.”

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