Auf einer Landesvertreterversammlung bestimmten am 15. Juli die 94 Delegierten die Rangfolge der Kandidaten auf der Landesliste. Da nicht alle Delegierten und Kandidaten mit der vorgeschlagenen Liste einverstanden waren, gab es für die Listenplätze 1 bis 3 Gegenkandidaturen. Christian Kleinminger war auf Platz 3 gesetzt, Dirk Manzewski und Peter van Slooten kandidierten aber ebenfalls dafür. Gleich im ersten Wahlgang konnte Dirk die Mehrheit aller gültigen Stimmen erringen und damit den Listenplatz 3 erkämpfen.
So sieht nun die Landesliste für die Bundestagswahl aus:
- Hans-Joachim Hacker
- Ute Boback-Askri
- Dirk Manzewski
- Iris Hoffmann
- Götz-Peter Lohmann
- Verina Speckin
- Peter van Slooten
Die SVZ/NNN veröffentlichten in ihrer Ausgabe vom 16. Juli eine falsche Liste, in der auf Platz 4 Christian Kleiminger eingeschoben war. Christian Kleiminger kandidierte aber nicht als Gegenkandidat für einen der weiteren Listenplätze und erscheint deshalb auch nicht auf dieser Liste.






In der OZ vom 16.07.2005 stand das wie folgt:
Genossen stritten um vordere Listenplätze
Mit “Ärmel hoch und ran” und Kampfansagen an die Union startete die Landes-SPD gestern Abend in GÜstrow in den Bundestagswahlkampf.
Güstrow (OZ) Einen handfesten Streit um die vorderen Plätze auf der Landesliste der SPD zur geplanten Bundestagswahl lieferten sich gestern Abend in Güstrow Sozialdemokraten aus ganz Mecklenburg-Vorpommern. Dabei versuchten alle bisherigen Bundestagsabgeordneten, ihre Direktmandate, die sie in ihren Wahlkreisen in den vergangenen Tagen bereits errungen hatten, durch einen Platz auf der Landesliste abzusichern. Ausnahmen waren Christine Lucyga aus Rostock, die auf eine erneute Bundestagskandidatur verzichtet hatte, und Verina Speckin, ebenfalls aus Rostock, die in der Hansestadt kein Direktmandat erhalten hatte.
Trotz der Kampfabstimmungen folgten die 94 Delegierten am Ende im Wesentlichen der Empfehlung, die der Landesvorstand der Partei zuvor gegeben hatte. Angeführt wird die Landesliste nun durch den Schweriner Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Hacker (seit 1990 im Bundestag), der sich gegen Götz-Peter Lohmann aus Waren durchsetzen konnte. Auf Platz zwei folgt die Greifswalder Gleichstellungsbeauftragte Ute Boback-Askri (46). Ihre Gegenkandidatin, Iris Hoffmann (42) aus Rostock, unterlag. Für den Listenplatz drei stellten sich zur Wahl der Rostocker Anwalt Christian Kleiminger (44), der Stralsunder Anwalt Peter van Slooten (38) und der Jurist Dirk Manzewski (45), der seit 1998 im Bundestag sitzt und Direktkandidat im Wahlkreis Bad Doberan, Güstrow, Müritz ist. Letzterer setzte sich klar durch. Auf den weiteren Listenpl�tzen folgen nun Iris Hoffmann (Wahlkreis Wismar, Nordwestmecklenburg, Parchim), Götz-Peter Lohmann (Neubrandenburg, Mecklenburg-Strelitz, Uecker-Randow), Verina Speckin (Rostock), Peter van Slooten (Stralsund, Rügen, Nordvorpommern).
Zuvor stimmte der SPD-Bundesvorsitzende Franz Müntefering die Genossen auf “eine große Herausforderung” ein. Die SPD wolle die Agenda 2010 fortsetzen, doch nach acht verlorenen Landtagswahlen brauche diese Politik eine neue Legitimation durch die Wähler.
SPD-Landeschef Till Backhaus hielt es angesichts der schlechten Umfragewerte für die SPD mit Bertolt Brecht und sagte: “Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.”
Ministerpräsident Harald Ringstorff gab die Marschrichtung vor: Entweder die Sozialdemokraten setzten die “notwendige Modernisierung Deutschlands in sozialer Verantwortung” fort oder es werde mit Merkel, Stoiber und Westerwelle “Marktwirtschaft pur und soziale Kälte” geben.
Die führenden Genossen attackierten das Wahlprogramm der Union. Die Kürzung der Pendlerpauschale treffe den Osten, die Besteuerung der Nachtzuschläge und Erhöhung der Mehrwertsteuer seien Gift für die Konjunktur.
Das “Aufbruchsignal”, das Backhaus im Vorfeld des Parteitages angekündigt hatte, blieb aus. Nur zwei Delegierte meldeten sich zur Grundsatzdebatte zum Wahlmanifest. Beide – Justizminister Erwin Sellering und der Ministeriumsangestelle Udo Knapp – leiteten ihre Referate ein mit Sätzen wie: Ich bin aufgefordert worden, hier etwas zu sagen…
KLAUS WALTER
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