Bedenklicher als den einen Sarrazin finde ich die vielen in der SPD, die mit ihrer Meinung nur rausrücken, wenn diese Meinung “von oben” frei gegeben wurde, die reflexartig kleffen, wenn alle kleffen, die jährlich für den Kriegseinsatz in Afghanistan stimmen, weil es für ihre Karriere förderlicher ist. Nein, da ist mir der eine Sarrazin lieber, denn der ermöglicht immerhin durch seinen Beitrag und auf diese Weise eine Diskussion zum Thema mit folgenden Thesen: Deutschland werde aufgrund des Geburtenrückganges „kleiner und…
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Ich habe das Buch nicht gelesen um mir eine umfassende Meinung darüber zu bilden. Den Umstand biologische / genetische Ursachen für ein Verhalten verantwortlich zu machen finde ich befremdlich. Thilo Sarrazin ist ein Provokateur, er wendet meiner Meinung nach die Provokation dazu an um auf einen Missstand aufmerksam zu machen. Und vieles was er in den letzten Jahren und auch aktuell anspricht, bewahrheitet sich ganz stark.
Nachdem die Welle der reflexartigen Empörung abebbte, nachdem sämtliche Talkshows mindestens einmal etwas dazu talkten, wird es langsam wieder etwas sachlicher. Das war abzusehen, zumindest wenn man nicht Teil, sondern Beobachter des Medien- und Politbetriebes ist. Selbiges braucht jede Woche mindestens eine neue, durch das Dorf zu treibende Sau. Schade, daß die wenig weitsichtige SPD-Führung die paar Tage nicht hat abwarten wollen.
Inzwischen melden sich besonnere Stimmen zu Wort, wie etwa Klaus von Dohnanyi bei der SZ. Jeder kann nachlesen, was tatsächlich im Buch des Thilo Sarrazin geschrieben steht. Sigmar Gabriel täte gut daran, seinen Irrtum einzugestehen, sich mit Thilo Sarrazin wieder vertragen. Noch ist es dazu nicht zu spät.
Der Vollständigkeit halber bleibt festzustellen, es ist gekommen, wie es vorherzusehen war. Sarrazin bleibt in der SPD. Nachzulesen unter anderem hier: http://www.spiegel.de/thema/thilo_sarrazin/
Es hätte nicht so weit kommen dürfen. Hoffentlich hat man in Berlin gelernt?
Thomas Wendt, Du sprichst mir aus der Seele! Ich gehe davon aus, dass alle, die sich gegen Sarrazin oder seine Thesen ausgesprochen haben entweder das Buch nicht gelesen, dieses nicht verstanden haben oder beides. Wer sein Buch angefasst hat kann es, so ging es mir, bis zum Ende nicht oder kaum aus der Hand legen. Ich jedenfalls habe keine Unwahrheiten oder rassistische Äußerungen gefunden. Wahr ist, dass das Buch, das wissenschaftlich geschrieben wurde, sehr komplex und nicht für jedermann einfach zu lesen ist. Es ist eben keine “Bettlektüre”! Meiner Meinung ist die Analyse von Klaus v. Dohnani zum Buch “auf dem Punkt!” (Süddeutsche Zeitung).
Ich bedauere, dass die Schiedskommission in Berlin dem Thomas keinen “Freispruch 1. Klasse” gegeben hat, sondern über einen “faulen Kompromiss” versucht das Gesicht zu wahren. Von unserer Generalin hätte ich mehr Courage erwartet.